FFGF / Archiv-Protokoll 001
Geschichtein Bewegung.
Von 37 Gründern zu einer modernen Einsatz- und Ausbildungszentrale: 130 Jahre Entscheidungen, Technik und Menschen, die Verantwortung übernehmen.
17. Oktober 1885
Der Anfang
37 Männer. Eine Entscheidung.
Unter der Leitung von Bürgermeister Georg Hansy beschließen 37 Gänserndorfer die Gründung einer Feuerwehr. Im Gemeindegasthaus wird Gregor Prager zum ersten Hauptmann gewählt. Aus einer Sitzung entsteht ein Versprechen an die ganze Stadt.
28. Februar 1886
Gründungsfest
Der Hydrophor kommt mit dem Zug.
Beim Gründungsfest holt die junge Feuerwehr den von Kernreuter in Wien gelieferten Hydrophor feierlich vom Bahnhof ab. Die erste große technische Errungenschaft wird zum sichtbaren Zeichen organisierter Hilfe.
Zwischenkriegszeit
Motorisierung
Vom Pferdegespann zum Steyr 12.
1922 wird ein pferdebespannter Wasserwagen übernommen. 1930 folgt mit dem Steyr 12 das erste Kraftfahrzeug. Weil der alte Schuppen nicht mehr genügt, errichtet die Gemeinde 1936 im Rathausgarten ein neues Gerätehaus - mit eigener Garage für das Rettungsauto.

Krieg und Wiederaufbau
Neubeginn
Fast alles verloren. Nicht den Willen.
Die Freiwilligen Feuerwehren werden 1939 aufgelöst, zahlreiche Männer eingezogen. 1945 bleiben nur die alte Kernreuter-Spritze und ein reparaturbedürftiges Aggregat zurück. Am 26. Dezember 1946 versammeln sich 32 Männer erneut im Gasthaus Hansy. 1947 gelingt der Ankauf eines Austro-Fiat.
Neue Schlagkraft
Motorisierung II
Wasser, Motoren, Reichweite.
1951 kommen ein Dodge-Chassis und die ersten Hydranten der Stadt. Ende 1954 geht das TLF 2000 Dodge in Dienst, 1959 folgt ein neues leichtes Löschfahrzeug auf Opel-Basis. Zum 80-jährigen Bestand wird 1966 das TLF 2000 Steyr 680 geweiht.

Funk und Rettungstechnik
Modernisierung
Die Technik verändert den Einsatz.
Sprechfunk hält in allen Fahrzeugen Einzug, das Gerätehaus wird erweitert und Atemschutz aufgebaut. 1972 kommen ein Kleinrüstfahrzeug und neue Räume, 1974 eine 24-Meter-Schiebeleiter für die Hochhäuser. 1976 folgen ein TLF Steyr 790, ein moderner Mercedes-Unimog und eine 5,5-Tonnen-Seilwinde.
Eine Idee wird Zukunft
Feuerwehrjugend
Nachwuchs wird zur stärksten Tradition.
Am 1. März 1981 wird die Feuerwehrjugend gegründet. Schon 1983 reist sie als erste niederösterreichische Abordnung zu einem Jugendfeuerwehrlager nach Deutschland. 1987 folgen die Vizelandesmeistertitel in Bronze und Silber - der bis dahin größte Erfolg der Jugendgruppe.

100 Jahre Feuerwehr
Jubiläum
Ein Jahrhundert. Ein neues Kommando.
Das 100-jährige Gründungsfest prägt das gesamte Jahr. OBR Franz Csucker übergibt nach langer Führung an Heinz Schwabl; Franz Fürhacker jun. wird Stellvertreter. Gleichzeitig bleibt die Feuerwehr eng mit ihrer Stadt verbunden - sichtbar, offen und mitten im Leben.

Alarmierung und Angriff
Systemwechsel
Die Leitstelle läuft. Der Hurrikan rollt.
1991 übernimmt Heinrich Koller das Kommando. Die Bezirksalarmzentrale mit bezirksweiter Sirenensteuerung geht in Vollbetrieb. Am 29. Februar 1992 ist das neue TLF 3000 „Hurrikan“ fertig - mit Seilwinde, Wasserwerfer, Lichtmast und Schaumitteltank.

22. Oktober 1995
Weltrekord
10,5 Kilometer Schlauch. 18 Minuten.
28 Fahrzeuge und 114 Mitglieder des Abschnittes verlegen 533 B-Schläuche. Nach 18 Minuten steht die Leitung, nach 38 Minuten erreicht das Wasser den Rathausplatz - der bisherige Weltrekord von 56 Minuten ist gebrochen. Im selben Jahr geht die DLK 23/12 in Betrieb.

Vom Plan zur Zentrale
Neues Feuerwehrhaus
Ein Haus, gebaut für die Zukunft.
Nach mehreren Standortvarianten ermöglicht Bürgermeister Johann Karl den heutigen Platz. Planung, Koordination und unzählige Stunden der Mitglieder führen zu einer der modernsten Feuerwehrzentralen Niederösterreichs. 2003 wird sie feierlich eröffnet.

Das intensivste Jahr
470 Einsätze
Ein Jahr an der Belastungsgrenze.
RLF-A 2000/400, KLF-W und ein 150-kVA-Notstromaggregat modernisieren die Schlagkraft. Gleichzeitig fordern 470 Einsätze rund 7.300 ehrenamtliche Stunden: Diesellokbrand, Schneechaos, Deponiegroßbrand, Höhenrettung und das Jahrhundert-Marchhochwasser.

Unwetter und Generationenwechsel
Einsatz bleibt Wandel
Naturgewalten draußen. Neue Führung innen.
Unwetter lösen wiederholt 10 bis 55 Einsätze an einem einzigen Tag aus. 2010 wird der Fuhrpark um ein Kommandofahrzeug ergänzt. 2011 übergibt Heinrich Koller nach 20 Jahren an HBI Robert Fischer und OBI Manfred Hammer - beide aus der eigenen Feuerwehrjugend.

Krisenfest in die Zukunft
Versorgungssicherheit
Auch wenn das Netz dunkel wird.
Nach ruhigeren Jahren und Unterstützung beim Donauhochwasser 2013 erhält die Feuerwehr am 20. April 2015 ein 65-kVA-Stromaggregat. Es sichert die Feuerwehrzentrale als Kommunikationsdrehscheibe bei Blackout, Krise und Katastrophe.
Die Chronik endet nicht.
Jede Generation schreibt weiter.
Die hier dokumentierte Geschichte reicht bis Mai 2015. Alles danach ist das nächste Kapitel einer Aufgabe, die niemals stillsteht.
Feuerwehr heute entdecken → Chronikstand: Mai 2015 · Bildarchiv der Freiwilligen Feuerwehr Gänserndorf